Wirkung, Forschung & wissenschaftliche Bewertung
Die Wärme der Sonne auf der Haut ist physikalisch gesehen eine elektromagnetische Welle, die ihre Energie im Körpergewebe deponiert. Ganz ähnlich können die Felder des Mobilfunks mit dem menschlichen Körper reagieren. Dieser Effekt ist als thermische Wirkung elektromagnetischer Felder bekannt und wissenschaftlich belegt. In der öffentlichen Diskussion kommen immer wieder auch athermische Effekte vor – biologische Wirkungen, die nicht auf Wärme beruhen. Für deren Existenz bei den im Mobilfunk auftretenden Feldstärken gibt es nach aktuellem Wissensstand keinen wissenschaftlichen Beweis. Vodafone orientiert sich konsequent an den Bewertungen international anerkannter Gremien und aktualisiert seine Haltung, sobald neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen.
Was elektromagnetische Felder sind & wie sie sich ausbreiten
Elektromagnetische Felder sind seit Entstehung der Erde allgegenwärtiger Bestandteil unserer Umwelt. Das Erdmagnetfeld, das elektromagnetische Feld der Sonne, natürliche Felder durch Gewitter – sie alle begleiten das Leben auf der Erde seit Urzeiten. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts entstehen durch menschliche Technik neue Quellen. Physikalisch besteht ein elektromagnetisches Feld aus zwei Komponenten: einem elektrischen Feld (gemessen in Volt pro Meter, V/m) und einem magnetischen Feld (gemessen in Ampere pro Meter, A/m). Bei hochfrequenten Wellen wird die Intensität als Leistungsflussdichte in Watt pro Quadratmeter (W/m²) angegeben. Die Frequenz – gemessen in Hertz (Hz) – bestimmt, wie eine Welle wirkt und sich ausbreitet. Ein Hertz entspricht einer Schwingung pro Sekunde. Vodafone nutzt für den Mobilfunk mehrere Frequenzbereiche. Ähnlich wie Lichtstrahlen breiten sich elektromagnetische Wellen geradlinig aus. Mit wachsendem Abstand zur Quelle nimmt die Intensität quadratisch ab: Verdoppelt man den Abstand, beträgt die Intensität nur noch ein Viertel. In der Praxis treffen Funkwellen auf Hindernisse wie Gebäude oder Bäume – dabei können Reflexion, Absorption und Beugung auftreten. All diese Effekte fließen in die Planung und den Aufbau unserer Mobilfunk-Netze ein.
Warum Mobilfunk-Wellen grundlegend verschieden von Röntgenstrahlen sind
Die Physik unterscheidet zwischen ionisierender und nicht-ionisierender Strahlung. Die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks zählen zur nicht-ionisierenden Strahlung – ebenso wie Radiowellen, Mikrowellen und sichtbares Licht. Das entscheidende Merkmal: Die Energie dieser Felder reicht nicht aus, Atome oder Moleküle in einen elektrisch geladenen Zustand zu versetzen. Ionisierende Strahlung wie Röntgen- oder Gammastrahlung besitzt dagegen genau diese Eigenschaft und kann dadurch chemische Bindungen aufbrechen und Zellstrukturen verändern. Mobilfunk-Wellen können das nicht. Dennoch können sie Wärmeeffekte im Körper auslösen – weshalb Grenzwerte existieren, die diese Wirkung sicher begrenzen.
Was im Körper passiert – und was die Wissenschaft dazu sagt
Die Energie hochfrequenter elektromagnetischer Felder wird vom Körper teilweise absorbiert und in Wärme umgewandelt. Im Vergleich zum normalen Wärmehaushalt des Menschen ist dieser zusätzliche Wärmeeintrag durch Mobilfunk-Felder so gering, dass er vollständig durch die körpereigenen Regulationsmechanismen kompensiert wird. Dieses Prinzip nutzt die Medizin gezielt: etwa bei der Diathermie zur Schmerzlösung oder Behandlung von Krampfzuständen. Das Maß für die Energieaufnahme des Gewebes ist die Spezifische Absorptionsrate (SAR), gemessen in Watt pro Kilogramm (W/kg). Im Gegensatz zu Licht und Infrarotstrahlung geben Mobilfunk-Wellen ihre Energie nicht oberflächlich an der Haut ab, sondern verteilen sie in einem größeren Körpervolumen. Neben diesen gesicherten thermischen Effekten werden athermische Effekte diskutiert – von Schlafstörungen und Kopfschmerzen bis hin zu Beeinflussungen der Hirnaktivität. Die Deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) kommt in ihrer Gesamtschau biologischer Auswirkungen des Mobilfunks zu folgendem Schluss: „In Übereinstimmung mit anderen internationalen Gremien kann festgestellt werden, dass die den bestehenden Grenzwerten zugrunde liegenden Schutzkonzepte nicht in Frage gestellt sind." Weder wurden ursprüngliche Befürchtungen bestätigt, noch haben sich Hinweise auf bisher unbekannte Auswirkungen ergeben.
Was Studien zeigen & was offen bleibt
Kaum ein Umweltfaktor ist so intensiv erforscht worden wie elektromagnetische Felder. Weltweit wurden über 25.000 Artikel zu biologischen Effekten und medizinischen Anwendungen nicht-ionisierender Strahlung veröffentlicht – rund 5.000 davon speziell zu Mobilfunk-Wellen. Die WHO stellt fest: Die wissenschaftlichen Kenntnisse auf diesem Gebiet sind umfangreicher als über die meisten Chemikalien. In keiner dieser Untersuchungen konnte ein Beweis für gesundheitsschädliche Wirkungen bei Einhaltung der geltenden Grenzwerte erbracht werden. Das übereinstimmende Ergebnis: Die Hauptwirkung ist die Wärmeentwicklung im Gewebe. Gleichzeitig gibt es noch offene Fragen – etwa zu Langzeiteffekten bei sehr hoher Nutzungsintensität, zu Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche oder zum Einfluss neuer Frequenzen durch 5G. Vodafone nimmt diese Unsicherheiten ernst und unterstützt die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kenntnisstands durch Förderung unabhängiger nationaler und internationaler Forschung.
Wie internationale Gremien Risiken bewerten
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Gesundheitsbehörden weltweit bewerten Gesundheitsrisiken auf Basis der gesamten verfügbaren Erkenntnisse – nicht einzelner Studien. Die wichtigsten Referenzgremien für Vodafone sind die WHO (einschließlich der IARC), die ICNIRP, die Deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) sowie nationale Behörden anderer Länder. Im Mai 2011 hat die IARC hochfrequente elektromagnetische Felder in die Gruppe 2B eingestuft: „möglicherweise krebserregend für Menschen". Diese Klassifizierung beschreibt einen schwachen Hinweis ohne gesicherte Kausalität bei üblicher Nutzungsexposition. Sie sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit eines Risikos aus. Die WHO hält fest: „Bis heute konnten keine negativen Gesundheitseffekte durch die Nutzung von Mobiltelefonen festgestellt werden." Vodafone aktualisiert seine Richtlinien und Vorgehensweisen, sobald ein anerkanntes Gremium zu dem Ergebnis kommt, dass neue Erkenntnisse die Gesamtbewertung verändern.
Forschungsstandards
Vodafone unterstützt ausschließlich Forschung, in der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Studien unabhängig gestalten und berichten, die Methodik den höchsten Standards entspricht und die Ergebnisse in wissenschaftlich begutachteten Zeitschriften veröffentlicht werden. Wir beobachten alle größeren Forschungsprojekte kontinuierlich und bringen uns in nationale und internationale Diskussionen ein.
- Deutsches Mobilfunk-Forschungsprogramm
- Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP)
- Weltgesundheitsorganisation (WHO): Internationales EMF-Projekt
- Strahlenschutzkommission (SSK)
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
- Empfehlung der SSK vom September 2011
- Informationen der WHO zu elektromagnetischen Feldern (englisch)
- Forschungsagenda der WHO zum Thema Elektromagnetische Felder (englisch)
- Monografie 102 der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC
- Artikel des The Lancet Oncology (englisch)
- Fact Sheet 193 der WHO zu Elektromagnetischen Feldern (englisch)
- Weitere Monografien von IARC und WHO (englisch)
- Ergebnisse der Interphone-Studie vom Mai 2010 (englisch)
Von der Forschung zur praktischen Anwendung
Wissenschaftliche Erkenntnisse bilden die Grundlage für Grenzwerte und Schutzstandards im Mobilfunk. Wir ordnen zentrale Zusammenhänge zu Mobilfunk & Gesundheit ein und erläutern, wie Grenzwerte, SAR-Werte und praktische Sicherheit im Alltag zusammenwirken.
Fragen & Antworten zur Wirkung von Mobilfunk & elektromagnetischen Feldern
Nein. Höhere Frequenzen bedeuten in der Regel kürzere Reichweiten und bei Mobilfunk-Anwendungen höhere Datenraten durch höhere Bandbreiten. Solange die Frequenzen im Bereich der nicht-ionisierenden Strahlung liegen, sind wir auch bei hohen Frequenzen durch die bestehenden Grenzwerte geschützt.
Die elektromagnetischen Felder des Mobilfunks können Wärmewirkungen hervorrufen. Hier sind die Aussagen der Experten, wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Strahlenschutzkommission (SSK), einig, dass diese die einzig wissenschaftlich gesicherten Wirkungen sind.
Die Wirkung elektromagnetischer Felder auf den menschlichen Körper wird seit vielen Jahren intensiv erforscht. Grundsätzlich gilt: Welche Effekte sie beim Menschen hervorrufen, ist abhängig von ihrer Frequenz.
Hochfrequente elektromagnetische Wellen, wie sie heute beim Mobilfunk entstehen, werden vom menschlichen Körper teilweise absorbiert, also aufgenommen, und dabei in Wärme umgewandelt. Im Vergleich zum normalen Wärmehaushalt des Menschen ist dieser zusätzliche Wärmeeintrag jedoch so gering, dass er vollständig durch die Regulationsmechanismen des Körpers kompensiert wird.
Zum Schutz vor gesundheitsgefährdenden Auswirkungen haben anerkannte wissenschaftliche Einrichtungen, wie die WHO und die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP), ein umfassendes Grenzwertkonzept festgelegt. Die Einhaltung dieser Grenzwerte für den Mobilfunk stellt sicher, dass auch bei dauerhaftem Aufenthalt in elektromagnetischen Feldern keinerlei Gesundheitsgefahren für den Menschen bestehen.
Die Wissenschaft kann solch einen Nullbeweis leider nicht führen. Denn um die Unschädlichkeit generell zu beweisen, müsste jeder nur denkbare Effekt über einen extrem langen Zeitraum und bis in alle Details untersucht werden - und das kann niemand leisten.
Expertengremien wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) oder die deutsche Strahlenschutzkommission (SSK) haben deshalb klare Kriterien entwickelt, wie die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit in den Gesundheitsschutz eingehen.
Beständig werden die aktuellen Grenzwerte für den Mobilfunk überprüft und kritisch hinterfragt. Die Grenzwerte geben somit den aktuellen Stand der Wissenschaft wieder - und stellen hierdurch sicher, dass beim mobilen Telefonieren keine Gefahr für die Gesundheit besteht.
Der definitive Ausschluss einer krebserregenden Wirkung von Mobilfunk-Wellen kann wissenschaftlich genauso wenig nachgewiesen werden wie beim Verzehr von saurem Gemüse, Nickel oder Gingko biloba Extrakt. Diese und fast 300 weitere Substanzen wurden von der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC), einer Fachinstitution der WHO, als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft, weil es zwar Hinweise, insgesamt aber in den vielen durchgeführten Beobachtungsstudien am Menschen und Laborversuchen mit Tieren zu wenig konkrete Anhaltspunkte gab, um einen gesicherten Zusammenhang herstellen zu können. Und auch das Bundesamt für Strahlenschutz kommt in seinen Bewertungen zu dem Schluss, dass sorgfältig durchgeführte Studien Hinweise auf eine krebserregende Wirkung nicht bestätigen: „Das BfS hat daher festgestellt, dass nach dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch hochfrequente Felder – etwa aus dem Mobilfunk – zu erwarten sind, wenn die Grenzwerte eingehalten werden.“
Machen Mobilfunk-Wellen unfruchtbar? Fördern sie das Bienensterben? Irritieren sie Vögel und Fledermäuse? Sind sie für Kinder gefährlich? Das Bundesamt für Strahlenschutz nimmt auf seiner Website ausführlich Stellung zu den einzelnen Mythen. Was von Mobilfunk-Gegnern an Argumenten verbreitet wird, hält meist den Kriterien an einen wissenschaftlichen Nachweis nicht stand. Das übergeordnete Fazit lautet: Nach derzeitigem Kenntnisstand der Wissenschaft gibt es unterhalb der Grenzwerte keine Hinweise auf eine Gefährdung von Mensch, Tier und Natur.
Nach einem längeren Telefonat ist das Ohr warm. Liegt das an den Funkwellen des Handys? Es stimmt, dass elektromagnetische Felder Wärme erzeugen. Aber die Funkwellen des Handys beim Telefonieren am Ohr sind nur in einem geringen Maße für die Erwärmung verantwortlich. Vielmehr wird das Ohr durch das Anpressen des Handys nicht mehr von der Umgebungsluft gekühlt. Dies würde auch bei einem Stück Holz passieren. Hinzu kommt, dass durch den Strom in einem Handy und durch die Entladung des Akkus Wärme erzeugt wird. Diese Effekte sind deutlich größer als die direkte Erwärmung durch die Funkwellen des Handys.
Davon abgesehen ist eine Erwärmung nicht per se gesundheitsschädlich. Die Grenzwerte für Funkwellen stellen sicher, dass keine höhere Gewebe-Erwärmung als wenige Zehntelgrad Celsius erfolgt – eine Runde Joggen oder ein Sonnenbad bewirken mehr.
Nein. Kaum ein Umweltfaktor stand so sehr im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses wie elektromagnetische Felder und ihre Wirkungen - und das schon seit vielen Jahren.
In über 25.000 Untersuchungen weltweit wurden die Effekte von Hochfrequenzfeldern auf den menschlichen Körper erforscht. Davon bezogen sich allein etwa 5.000 Forschungsarbeiten speziell auf die Mobilfunk-Wellen. Für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die wissenschaftlichen Kenntnisse über elektromagnetischen Felder heute umfangreicher als über die meisten Chemikalien:
"Im Gebiet biologischer Effekte und medizinischer Anwendungen nichtionisierender Strahlung sind während der vergangenen 30 Jahre circa 25.000 Artikel veröffentlicht worden. Auch wenn manche Leute das Gefühl haben, es müsste mehr Forschung betrieben werden, sind die wissenschaftlichen Kenntnisse auf diesem Gebiet heute umfangreicher als über die meisten Chemikalien."
Ein Beweis für Auswirkungen dieser Felder auf die Gesundheit konnte in all diesen Arbeiten nicht erbracht werden. Vielmehr war das übereinstimmende Ergebnis, dass die elektromagnetischen Wellen des Mobilfunks im menschlichen Organismus vor allem eine Wärmeentwicklung hervorrufen. Die moderne Medizin beispielsweise setzt diesen Effekt erfolgreich für Wärmetherapien oder Laseroperationen ein.
Jedes Studienergebnis wird durch unabhängige, wissenschaftliche Gremien, wie z. B. die Weltgesundheitsorganisation (WHO), beobachtet, bewertet und für die Sicherheits- und Grenzwertempfehlungen berücksichtigt. Um noch vorhandene Wissenslücken zu schließen und das vorhandene Wissen weiter zu vertiefen, werden im Rahmen nationaler und internationaler Forschungsprogramme zahlreiche Studien gefördert. Man kann also sicher sagen, dass die Wirkung elektromagnetischer Felder auf den Menschen bekannt ist.
Trotzdem sind wir von Vodafone der Ansicht, dass die Forschung über elektromagnetische Felder weiter gefördert werden sollte.
Die Grenzwerte werden von internationalen Organisationen, wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der Internationale Kommission zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) empfohlen und von der jeweiligen nationale Legislative festgelegt und überprüft.
Die Grenzwerte für den Mobilfunk, so wie sie heute in Deutschland gelten, basieren auf einer regelmäßigen und gründlichen Auswertung aller wissenschaftlichen Studien sowie einem zusätzlichen Sicherheitsfaktor. Unabhängige, wissenschaftliche Organisationen - z.B. die WHO oder die ICNRIP sichten und bewerten die Forschungsarbeiten und geben Empfehlungen für Grenzwerte und Sicherheitsbestimmungen ab. Diese werden dann von nationalen Behörden in Gesetze und Verordnungen umgewandelt.
In Deutschland wurden die Grenzwerte für elektromagnetische Felder per Verordnung durch die Bundesregierung und mit Zustimmung des Bundesrates in der 26. Bundesimmissionsschutz-Verordnung festgelegt. Als wissenschaftlicher Berater steht der Politik dabei die Strahlenschutzkommission (SSK) zur Seite, die zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Grenzwertempfehlungen der ICNIRP den Personenschutz umfassend gewährleisten. Deutschland, wie die meisten anderen europäischen Länder stimmen so auch mit den Empfehlung der EU-Gesundheitsminister von 1999 überein, die ebenfalls die Grenzwertempfehlungen der ICNIRP übergenommen hat.
Die regelmäßige Überprüfung der Einhaltung der Grenzwerte bei den Funksendeanlagen fällt in den Zuständigkeitsbereich der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA). Nach eingehender Prüfung der Sicherheitsabstände und Emissionswerte erteilt sie für jede einzelne Basisstation eine individuelle Standortbescheinigung. Die BNetzA hat auch das Recht, jederzeit und ohne Vorankündigung stichprobenartige Messungen an den Antennenstandorten durchzuführen. In bundesweiten Messaktionen überprüft die BNetzA die aktuellen Immissionen, wofür neben den Messfahrzeugen auch 14 automatische Messstationen für ein kontinuierliches Monitoring zur Verfügung stehen. Die Ergebnisse dieser Messungen werden im Internet veröffentlicht - in den EMF-Messreihen sowie in der Standortdatenbank.
Die Grenzwerte sind sicher, weil immer weiter geforscht wird!
Ständige Prüfung ist ein wichtiger Sicherheitsgrundsatz in vielen Bereichen unseres Lebens. Deshalb muss unser Fahrzeug regelmäßig vom TÜV, deshalb werden Flugzeuge, Brücken, Aufzüge usw. regelmäßig überprüft.
Dieses Prinzip gilt auch bei Grenzwerten - auch diese werden regelmäßig durch Fachexperten geprüft. Dazu ist es aber erforderlich, dass die Wissenschaft nicht auf Ihrem Wissensstand verharrt, sondern immer neuen Fragen nachgeht und deren Relevanz prüft. Deshalb macht es Sinn, in einem angemessenen Umfang stets auch neue Forschungsmittel bereit zustellen und neue Studien durchzuführen.
Die Abkürzung SAR steht für Spezifische Absorptionsrate. Sie ist ein Maß für die Aufnahme von Funkwellen im menschlichen Körper und wird in Watt pro Kilogramm Körpergewicht (W/kg) ausgedrückt.
Jeder Handy-Hersteller muss die SAR-Werte seiner Mobiltelefone nach einem europaweit standardisierten Prüfverfahren, der Norm EN 50360, ermitteln. Mit einem speziellen Testaufbau wird die absorbierte Energie - der SAR-Wert - bei maximaler Sendeleistung der Handys gemessen. Die gemessenen Werte dürfen den SAR-Grenzwert nicht überschreiten. Der SAR-Wert eines Handys gibt folglich immer einen Wert wieder, der unter höchstmöglicher Sendeleistung des Handys ermittelt wurde.
Damit unzulässige Erwärmungen des menschlichen Gewebes (vor allem im Kopf) sicher ausgeschlossen sind, wurde ein so genannter Teilkörpergrenzwert festgelegt. In Europa liegt dieser Grenzwert für Handys bei 2 W/kg. Das bedeutet: Selbst wenn das Handy im Dauerbetrieb mit einer maximalen Sendeleistung eingesetzt wird, besteht keinerlei Gefahr für die Gesundheit.
Für die Exposition bei tagtäglichem Gebrauch kann man den SAR-Wert eines Handys aber lediglich als Richtwert sehen. Denn Handys und Basisstationen verfügen über eine dynamische Leistungsregelung. Bei guter Verbindung zueinander, regeln beide ihre erforderliche Leistung auf ein Minimum herunter. Innerhalb von Gebäuden oder Autos sendet das Handy meist mit maximaler Energie, da die Funksignale durch Mauern oder Metalle abgeschwächt werden können.
Grundsätzlich kommt die WHO in ihrer Bewertung zu dem Schluss, dass es aktuell keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür gibt, dass die Exposition durch hochfrequente elektromagnetische Felder eine gesundheitsschädliche Wirkung hervorruft.
Sie stellt weiterhin fest, dass auf Basis des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstandes keine besonderen Vorsorgemaßnahmen für die Nutzung von mobilen Endgeräten notwendig sind. Falls Sie besorgt sind und ihre Exposition durch Funkwellen verringern möchten, können Sie gemäß den Empfehlungen der WHO Zubehör, wie z. B. eine Freisprecheinrichtung verwenden, um das Mobiltelefon vom Kopf und Körper fernzuhalten, oder die Dauer Ihrer Gespräche anpassen.
Die Mehrheit der Experten, die Studien zu Mobiltelefonen, Basisstationen und Gesundheit durchführen, kommt zu dem Schluss, dass keine Änderungen des aktuellen Verhaltens notwendig sind - weder für den Gebrauch von Handys, noch in der Nähe von Basisstationen.
Ja, auch Träger von Herzschrittmachern können ein Handy benutzen. Sie sollten aber das Handy nicht in der Brusttasche tragen und mindestens 25 Zentimeter Abstand zum Herzschrittmacher einhalten. Auch wenn Herzschrittmacher prinzipiell durch ein anderes elektronisches Gerät, wie ein Handy, gestört werden können, ist die Mehrzahl moderner Schrittmacher gegenüber Handys störsicher.
Eine Studie der Universität Köln aus dem Jahr 2003 hat ergeben, dass 2 Prozent der 200 untersuchten Herzschrittmacher durch Handys in ihrer Funktion gestört werden konnten. Bei Abständen von mehr als 2 Zentimetern zwischen Handy und Herzschrittmacher war bei keinem der getesteten Herzschrittmacher eine Störung nachweisbar. Eine frühere Untersuchung der Universität Gießen aus dem Jahr 1995 zeigte noch eine Beeinflussung bei 25 Prozent der Herzschrittmachertypen. Dies zeigt nach Ansicht der Autoren der Kölner Studie, dass die Sicherheit von Herzschrittmachern wesentlich verbessert wurde.
Fragen Sie zur Störfestigkeit Ihres Herzschrittmachers Ihren Arzt um Rat. Da eine Beeinträchtigung von Schrittmachern unbekannter Störfestigkeit jedoch nicht ausgeschlossen werden kann, empfiehlt es sich, einen Abstand von 25 Zentimetern zwischen dem Schrittmacher und einem eingeschalteten Handy einzuhalten und das eingeschaltete Mobiltelefon nicht unmittelbar am Oberkörper, z. B. in der Jackentasche, zu tragen.
In Krankenhäusern ist das Telefonieren nicht überall gestattet, weil empfindliche Medizingeräte insbesondere lebenserhaltende Geräte auf Intensivstationen davon gestört werden können.
Einige Medizingeräte in Krankenhäusern arbeiten mit hochsensibler Elektronik. Ältere und empfindliche Analyse- und Behandlungsgeräte weisen zum Teil schon auf Grund ihrer Funktionsweise, beispielsweise der Messung von elektrischen Spannungen im Mikro-Volt-Bereich bei EEGs (Elektroenzephalogramm zur Messung von Hirnströmen), eine ungenügende Störfestigkeit auf. Untersuchungen haben gezeigt, dass es bei kleineren Abständen zu Störungen durch ein Handy kommen kann.
In bestimmten Bereichen von Krankenhäusern, z. B. Operationssälen oder Intensivstationen, und in ärztlichen Behandlungsräumen sollten Handy-Nutzer deshalb ihr Mobiltelefon grundsätzlich ausschalten. In jedem Fall sind die Benutzungshinweise des jeweiligen Krankenhauses wie auch die Anweisungen des Personals zu beachten.


